Das Anton Proksch Institut unter der Leitung von Michael Musalek

2004

Nach der Pensionierung von Prim. Prof. Dr. Rudolf Mader wird Prim. Univ.-Prof. Dr. Michael Musalek Vorstand und Ärztlicher Leiter des Anton Proksch Instituts.

Die Bettenkapazität ist auf mittlerweile auf 266 angewachsen. Das Institut umfasst vier Abteilungen für Alkohol- und Medikamentenabhängige mit 223 Betten, eine Drogenabteilung mit insgesamt 43 Betten und eine Abteilung Ambulanz.

Die Akademie des Anton Proksch Instituts wird gegründet und akkreditiert.

2005

Renate Csörgits wird Vizepräsidentin der Stiftung.

Es werden auch nicht stoffgebundene Suchtformen, wie pathologisches Glücksspiel, Internetsucht und Kaufsucht behandelt.

In den Räumlichkeiten der Frauenabteilung werden eine Wohneinheit für junge Frauen und eine Mutter-Kind-Einheit installiert. Die Angebote der Angehörigenbetreuung werden erweitert und mit anderen Einrichtungen vernetzt.

2006

Ein halbes Jahrhundert Anton Proksch Institut. Das 50 jährige Bestehen des Instituts wird gefeiert.

Erstmals gibt es auch eine gemischte Station für Frauen und Männer mit eigenem Behandlungskonzept, das eine Mischung aus gemeinsamen und nach Geschlecht getrennten Therapien beinhaltet.

Das Lernzentrum wird durch die Österreichische Computer Gesellschaft, OCG, als Testcenter autorisiert.

Die Arbeitsgruppe „Medical Humanities“ und das erste stationäre „Café Philosophique“ werden gegründet.

Prim. Univ.-Prof. Dr. Michael Musalek wird Herausgeber der Fachzeitschrift SPECTRUM Psychiatrie.

Die Suchtberatungsstelle Wiener Neustadt wird eröffnet. Damit wurden die Alkoholberatungsstelle und die Drogenberatungsstelle Wiener Neustadt im Rahmen des „Niederösterreichischen Suchtplans“ vereint.

2007

Im Jänner findet der Kongress „Jugend, Sucht und Kultur“ im Palais Ferstel statt.

Sonja Schneider geht nach 20 Jahren als Verwaltungsdirektorin in Pension. Neue Verwaltungsdirektorin wird DSA Gabriele Gottwald-Nathaniel, MAS.

2008

Der Kongress „Sucht, Komorbidität und Behandlung findet im Jänner im Palais Ferstel statt

In Anlehnung an das von Marc Saudet in den 1990er Jahren in Paris gegründete philosophische Café, eröffnet das Anton Proksch Institut im Herbst des Jahres den ersten Salon Philosophique. Der Salon versteht sich als Diskursraum an der Schnittstelle von Philosophie, Kultur, Psychiatrie und Psychotherapie und verfolgt das Ziel, durch Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen einen medizinisch-philosophischen Diskurs zu etablieren und die Zusammenhänge von Heil- und Lebenskunst zu thematisieren.

2009

BM a.D. Rudolf Hundstorfer wird Präsident der Stiftung.

Der Kongress „Die Zukunft der Suchtbehandlung – Komplexität, Innovation und Utopien“ findet im Jänner im Palais Ferstel statt.

Das „Orpheus Programm“ wird im Anton Proksch Institut Basis für die therapeutische Arbeit. Unter der Federführung von Prim. Univ.-Prof. Dr. Michael Musalek hat das Anton Proksch Institut ein innovatives Behandlungskonzept bei Abhängigkeitserkrankungen entwickelt. Es zielt darauf ab, das Leben von Suchtkranken genuss- und freudvoll zu gestalten, sodass das Suchtmittel seinen dominierenden Stellenwert verliert.

Mit dem Konzept „517 neu“ der Entzugsstation „517“ kommt es erstmals auch im stationären Bereich zu einer Integration von abstinenz- und substitutionsgestützten Behandlungen für Abhängige von illegalen Substanzen.

Der Lehrgang „Pflege bei Suchterkrankungen“ im Rahmen der Akademie des Anton Proksch Instituts findet erstmals statt.

Das Ludwig Boltzmann Institut für Suchtforschung wird nach 37 Jahren Zusammenarbeit mit dem Anton Proksch Institut geschlossen. Auch die Herausgabe der Wiener Zeitschrift für Suchtforschung wird eingestellt.

Die Agenden des aufgelösten Ludwig Boltzmann Instituts für Suchtforschung und jene von AKIS werden in der Abteilung Suchtforschung und Dokumentation (SucFoDok) zusammengefasst.  Der Fortbestand der Forschungseinrichtung wird durch das Bundeministerium für Gesundheit und das Anton Proksch Institut sichergestellt. Die Tätigkeiten werden zunächst mit dem Schwerpunkt auf Alkohol fortgeführt. Entsprechend den Erfordernissen und über Finanzierung durch Drittmittel werden sukzessive andere suchtrelevante Themen einbezogen.

2010

Dr.in Sabine Oberhauser wird Vizepräsidentin der Stiftung.

Im Jänner findet im Palais Ferstel der Kongress „Der Mensch im Mittelpunkt der Suchtbehandlung, Paradigmenwechsel in Beratung, Behandlung, Rehabilitation und (Re) Integration“ statt.

Das Projekt „Brisant - Berufliche Reintegration stationärer alkoholabhängiger PatientInnen nach erfolgter Therapie“ wird gestartet.

Mit der Sucht- und Drogenkoordination Wien gn GmbH kommt es im illegalen Suchtbereich zum Pilotprojekt „Individualförderung“. Daraus resultieren laufende Verträge im Rahmen der Individualförderung sowie ab 2012 mit dem Pilotprojekt „Neuordnung der Leistungserbringung im SDHN (Sucht- und Drogenhilfsnetzwerk Wien)“, welche ab 2013 in die Vereinbarungen über die Modalitäten der Leistungserbringung für subjektgeförderte KlientInnenleistungen münden.

Das Anton Proksch Institut entwickelt nationale Standards des Spielerschutzes, die in österreichische Unternehmen, welche (Glücks)Spiele anbieten, getragen werden.

2011

Der Kongress „Transkulturelle Suchtbehandlung – Gegenwartssituation und Zukunftsvision“ findet am 28. und 29. Jänner im Palais Ferstel statt.

Der sozialökonomische Betrieb „gabarage – upcycling design“ wird geschlossen und von einer neuen Trägerschaft übernommen.

2012

Der Kongress „Burnout – Ursachen und Folgen“ findet im Jänner im Palais Ferstel statt.

Die VAMED Management und Service GmbH & Co stellt dem Anton Proksch Institut mit Herrn Mag. Martin Gelbenegger eine Management–Assistance.

Mit Genehmigung der MA 40 wird im Dezember Sonderkrankenanstalt Anton Proksch Institut von der Stiftung Anton Proksch-Institut Wien auf die API Betriebs gemeinnützige GmbH übertragen.

Die erste Ausgabe der Zeitschrift „RAUSCH. Wiener Zeitschrift für Suchttherapie“ wird unter der Leitung von Prim. Univ.-Prof. Dr. Michael Musalek und Mitwirkung von Dr. Martin Poltrum durch das Anton Proksch Institut herausgegeben.

In Kooperation und Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz wird das arbeitsmarktpolitische Projekt „Arbeits- und Beschäftigungstraining“ (ABT) entwickelt und durchgeführt.

2013

Die VAMED übernimmt 60 Prozent der Firmenanteile der API Betriebs gemeinnützige GmbH. Die Stiftung Anton Proksch-Institut Wien bleibt mit 40 Prozent Miteigentümerin. Die Geschäftsführung setzt sich aus DSA Gabriele Gottwald-Nathaniel, MAS als Geschäftsführerin und Verwaltungsdirektorin, Mag. Martin Gelbenegger als Geschäftsführer und Mag. Thomas Mayrandl, MBA als Prokuristen zusammen.

Der Kongress „Psychische Erkrankungen von Suchtkranken“ findet im Jänner im Palais Ferstel statt.

Das Nachbetreuungsangebot „Half way House“ wird geschlossen und in Form von betreuten Wohngemeinschaften am Schöpfwerk weitergeführt.

Durch Umbauarbeiten werden weitere PatientInnenzimmer fertiggestellt. Es wird die Möglichkeit geschaffen, die Drogenentzugsstation von der Hochstraße 5 in das adaptierte Gebäude in der Gräfin-Zichy-Straße 4 einzugliedern. Statt 12 können nun insgesamt 40 Drogenentzugsbetten angeboten werden.

Bereits seit der Gründung des damaligen Genesungsheim Kalksburg gibt es mit der Stadt Wien unterschiedliche Kooperationen und Verträge. Bereits ab 2001 einen Vertrag für die Behandlung im illegalen Suchtbereich. Mit der Gründung der Sucht- und Drogenkoordination Wien gemeinnützige GmbH intensiviert sich die Zusammenarbeit im Suchtbereich mit der Stadt Wien.

Die stationären und ambulanten Angebote des Anton Proksch Instituts sind Teil der Wiener Sucht- und Drogenstrategie 2013. Die Organisation selbst Teil des Wiener Suchthilfenetzwerks (SDHN).

2014

Mag. (FH) Roland Pichler wird Vizepräsident der Stiftung.

Der Kongress „Therapieziele im Wandel“ findet im Jänner im Palais Ferstel statt.

Das Anton Proksch Institut nimmt als Leistungserbringer im stationären und ambulanten Bereich am Pilotprojekt „Alkohol 2020“ der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK), der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) und der Sucht- und Drogenkoordination Wien gn GmbH (SDW), teil.

Die SucFoDok im Anton Proksch Institut wird geschlossen. Das Anton Proksch Institut und die Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) kommen überein, dass die ehemalige SucFoDok (Suchtforschung und Dokumentation) in die GÖG (Gesundheit Österreich GmbH) /ÖBIG eingegliedert wird.

Die Nachbetreuungswohngemeinschaften am Schöpfwerk für Absolventinnen und Absolventen der stationären Drogenlangzeittherapiestation Mödling werden mit Ende 2014 geschlossen. Diese werden von „Wieder Wohnen“ des Fonds Soziales Wien übernommen. Dadurch kommt es zu einer Veränderung in der Konzeption der Nachbetreuung für diese PatientInnen.

Die ambulante Nachbetreuung für Wiener PatientInnen wird über ambulante Module, finanziert über einen Leistungserbringungsvertrag mit der Sucht- und Drogenkoordination Wien gemeinnützige GmbH erbracht.

2015

Mag. Richard Gauss wird Präsident der Stiftung.

Der Kongress „Behandlungs- und Rehabilitationskonzepte – neue Entwicklungen“ findet im Jänner im Palais Ferstel statt.

Das Projekt „Arbeits- und Beschäftigungstraining“ (ABT) wird beendet. In Kooperation und Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz kommt es zu einer Neukonzeption und Weiterentwicklung des berufsrehabilitierenden Angebotes für stationäre PatientInnen. Projektname: „back to work“.

2016

Der Kongress „Depressionen und ihre Komorbiditäten“ findet im Jänner im Palais Ferstel statt.

Eine Therapieleitstelle für die Abteilungen I und III wird implementiert. Der Gesamtprozess wird von Dr. Oliver Scheibenbogen, Leiter der Psychologie, koordiniert. Dieser zentrale Bereich des Hauses erstellt nach gesetzten Behandlungsaufträgen durch ÄrztInnen, PsychologInnen sowie TherapeutInnen einen individuellen Therapieplan für die PatientInnen.

Mag. Martin Gelbenegger scheidet aus der Geschäftsführung aus, um sich in der VAMED Management und Service GmbH & Co KG neuen Aufgaben zu widmen. Neuer Geschäftsführer ist Mag. Christian Breitfuß.

Dr. Manfred Ritthammer übernimmt die Agenden als Verwaltungsdirektor von DSA Gabriele Gottwald-Nathaniel, MAS.

Das Projekt „back to work“ welches im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz durchgeführt wurde, wird mit Dezember 2016 beendet.

Im Auftrag der Sucht- und Drogenkoordination Wien gn GmbH kommt es zu Konzeptionierung der „ganztägigen ambulanten Therapie“ (GTAT). Erstmalig wird hier ein Angebot entwickelt, welches sowohl für den Alkohol- als auch für den illegalen Suchtbereich Gültigkeit hat. Die Umsetzung startet im April 2017.

Die Eigentümer der API Betriebs gemeinnützige GmbH beschließen die Projektierungsphase für die Konzeptionierung eines Neubaus des stationären Klinikbereichs und die Zusammenführung der ambulanten Angebote in Wien zu starten.